Batteriezertifikat fürs E-Auto: Was drinsteht und wann du es brauchst
Was der SoH-Wert aussagt, wer ein Zertifikat ausstellt und wann es Pflicht ist.
Kurz gesagt: Ein Batteriezertifikat dokumentiert den State of Health (SoH) des Akkus: die Energie, die er noch abgeben kann, in Prozent des Neuzustands, mit Datum und Fahrzeugdaten. Gesetzlich vorgeschrieben ist es beim Verkauf eines Gebrauchten nicht. Ab dem 29. November 2026 müssen neue Fahrzeugtypen den SoH aber selbst anzeigen.
Was ein Batteriezertifikat zeigt
- Den SoH in Prozent. Der ADAC beschreibt den Kernwert seines Zertifikats als „entnehmbare Energiemenge in Prozent gegenüber dem Neuzustand“.
- Das Fahrzeug und den Zeitpunkt. Ein SoH gilt nur für ein Auto an einem Tag. Achte darauf, dass Fahrzeug-Identifikationsnummer, Kilometerstand und Testdatum auf dem Dokument stehen.
- Das Verfahren. Ob ausgelesen (Schnelltest) oder über eine Entladung gemessen wurde (Premium Test), steht im Bericht. Zwei Zertifikate verschiedener Verfahren sind deshalb nicht genau vergleichbar.
Wer ein Zertifikat ausstellt
Der ADAC verschickt nach dem Test mit der Aviloo-Box ein Batteriezertifikat per E-Mail, zwei Tage nach Testende. Der TÜV Süd gibt nach seinem Batterie-Check einen Prüfbericht aus, die DEKRA einen Battery Health Report. In Österreich bietet der ÖAMTC eine Batterie-Diagnose mit Zertifikat an. Preise und Verfahren vergleicht die Seite Kosten und Anbieter.
Ist ein Batteriezertifikat Pflicht?
Beim Gebrauchtwagenverkauf: nein. Kein Gesetz schreibt einen Batterietest vor. Eine Regel gibt es bei mobile.de: Wer ein E-Auto mit dem Merkmal „Batterie-Zertifikat“ inseriert, muss das Zertifikat auch hochladen.
Bei Neuwagen kommt die Anzeige. Die EU-Abgasnorm Euro 7 (Verordnung 2024/1257) verlangt einen SoH-Monitor für die Antriebsbatterie. Der Wert muss den Nutzern zugänglich sein und, wo angemessen, im Fahrzeug angezeigt werden. Das gilt für neue Fahrzeugtypen ab dem 29. November 2026 und für alle Neuzulassungen ab dem 29. November 2027. Dazu kommen Mindestwerte: Ein Pkw-Akku muss bis 5 Jahre oder 100.000 km mindestens 80 % und bis 8 Jahre oder 160.000 km mindestens 72 % behalten.
Wann sich ein Zertifikat lohnt
- Beim Verkauf: Ein gemessener Wert beantwortet die erste Frage jedes Käufers nach dem Akku.
- Beim Kauf: Bitte den Verkäufer um ein aktuelles Zertifikat oder lass vor Ort einen Schnelltest machen.
- Vor Ende der Garantie: Ein Zertifikat kurz vor Ablauf belegt den Zustand, solange ein Garantiefall noch möglich ist. Wann deine Garantie endet, zeigt der Akku-Garantie-Rechner.
Eine erste Einschätzung ohne Termin liefert der SoH-Rechner.
Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1257 (Euro 7), Art. 4, 10 und Anhang II
- ADAC: Batteriecheck Elektroauto
- heise: Batteriezertifikate bei mobile.de
Häufige Fragen
Was steht in einem Batteriezertifikat?
Vor allem der State of Health: die Energiemenge, die der Akku noch abgeben kann, in Prozent des Neuzustands. Dazu kommen Angaben zum Fahrzeug, zum Testtag und zum Messverfahren.
Ist ein Batteriezertifikat beim Verkauf Pflicht?
Nein, kein Gesetz schreibt es vor. Bei mobile.de muss das Zertifikat aber hochgeladen werden, wenn die Anzeige mit dem Merkmal Batterie-Zertifikat versehen ist.
Wo bekomme ich ein Batteriezertifikat?
Beim ADAC mit der Aviloo-Box, direkt bei Aviloo über Werkstätten und Händler, in Österreich beim ÖAMTC. TÜV Süd und DEKRA geben nach ihren Tests einen Prüfbericht aus.
Was ändert Euro 7 beim Akku?
Neue Fahrzeugtypen ab dem 29. November 2026 und alle Neuzulassungen ab dem 29. November 2027 brauchen einen SoH-Monitor. Außerdem muss ein Pkw-Akku bis 5 Jahre oder 100.000 km mindestens 80 % und bis 8 Jahre oder 160.000 km mindestens 72 % seiner Energie behalten.